Anerkennungskultur als Ziel

"Schließlich sind die Wertschätzung und Anerkennung des „stillen“ Dienstes der Angehörigen für das Gemeinwohl entscheidend. Die öffentliche Würdigung ermöglicht es ihnen, offener mit ihrer Belastungssituation umzugehen und leichter vorhandene Entlastungssysteme zu nutzen. Außerdem kann durch eine öffentliche Diskussion eine breitere gsellschaftliche Unterstützung gefördert werden."

"Zudem können öffentliche Aktionen zur Anerkennung der Leistungen pflegender Angehöriger dazu beitragen, feste Strukturen aufzubrechen und neu zu diskutieren. Zur Sicherung von angemessener Beratung und zur Implementierung einer Anerkennungskultur sind funktionierende Netzwerke mit motivierten Multiplikatoren unentbehrlich. Pflegende Angehörige sind nicht nur der größte Pflegedienst Deutschlands, sondern auch eine wesentliche Stütze des Gemeinwesens und eine wichtige Ressource zur Sicherung einer individuellen, sach- und fachgerechten Pflege."

Frank Schumann, Initiator der Woche der pflegenden Angehörige, 2012

(in: Dr. med. Mabuse 199 · September/Oktober 2012)


Konzeption der Woche der pflegenden Angehörigen

Die Woche der pflegenden Angehörige in Berlin ist eine Kulturwoche für pflegende Angehörige mit zwei Schwerpunkten

Wertschätzung und Anerkennung

Obwohl pflegende Angehörige einen unschätzbaren Beitrag für unser Gemeinwesen leisten, wird ihre Arbeit von der Öffentlichkeit noch nicht ausreichend wahrgenommen. Gesellschaftliche Anerkennung ist aber die notwendige Basis um pflegende Angehörige mit Beratung und weiterer Unterstützung zu erreichen und sie somit zu entlasten.

Daher hat Berlin die Woche der pflegenden Angehörigen geschaffen. Gemeinsam durch ein breites Bündnis Berliner Einrichtungen organisiert und unterstützt, koordiniert die Fachstelle für pflegende Angehörige alle zwei Jahre diese Kulturwoche für pflegende Angehörige.

Gesundheitsförderung

Als gesundheitsförderndes Konzept ist die Woche der pflegenden Angehörigen in Deutschland einmalig. Auszeiten nehmen und den Fokus regelmäßig auf sich selbst zu setzen sind wichtige Elemente zur Gesundheitsförderung und Stressreduktion pflegender Angehöriger. Dies im Pflegealltag umzusetzen ist nicht einfach.

Die Woche der pflegenden Angehörigen setzt mit kostenfreien kulturellen Veranstaltung hier an und will den Teilnehmer*innen zeigen, dass es sich lohnt, sich eine Auszeit zu organisieren und in Kontakt mit anderen pflegenden Angehörigen zu treten.

Eine typische Woche...

Jede Woche besteht aus mindestens 7 zentralen Hauptveranstaltungen. In den Berliner Bezirken werden zusätzlich weitere Veranstaltungen umgesetzt.

Bei der öffentlichkeitswirksamen Ehrungsgala wird der Berliner Pflegebär und der pflegecompass als Anerkennung an ausgewählte pflegende Angehörige von Laudator*innen aus dem Bereich der Pflege und Gesundheit, Kultur, der Politik und der Wissenschaft verliehen. Die Geehrten repräsentieren stellvertretend die Bandbreite der pflegenden Angehörigen in der Stadt. Hierbei gibt es keine Zulassungsvoraussetzungen. Somit werden pflegende Angehörige, Freunde und Nachbarn, Menschen unterschiedlicher geschlechtlicher Identität, Senioren und Jugendliche, Zugehörige jeglicher Herkunft, von körperlich und geistig Erkrankten sowie Menschen aus vielfältigen Beziehungen geehrt. Jeder aus der Bevölkerung kann vorschlagen oder vorgeschlagen werden.

Die Woche wird vervollständigt durch sechs überregionale Veranstaltungen: Dampferfahrten und ein Tanzcafé, ein kultureller Abend mit Musik oder Theater, Kino-Nachmittage und eine Veranstaltung mit religionsübergreifenden Andachten. Zu diesen Veranstaltungen laden wir pflegende Angehörige kostenfrei ein – als Anerkennung und Entlastungsangebot gleichermaßen. Als weiteres Zeichen der Wertschätzung erhalten die Teilnehmenden von den Veranstaltern jeweils ein kleines Geschenk.

Die Kultur-Woche wird begleitet durch verschiedene Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit: Homepage mit Unterstützer-Präsentation, Programmflyer, Pressearbeit, Medienpartnerschaft, Nutzung neuer sozialer Medien.

Einen ersten Einblick erhalten Sie weiterhin in unseren Rückblicken 2012 und 2013. Ein Klick auf das jeweilige Titelbild läd die Bröschure herunter.


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